Russland will Nanotechnologie verstärkt kommerziell nutzen

Die russische Regierung hat sich hohe Ziele für die Entwicklung der Nanotechnologie gesteckt: Der Umsatz mit Produkten auf Nanotechnologiebasis soll bis 2015 auf 25 Mrd. Euro steigen. Hierfür stellt der Staat Zuschüsse von über drei Mrd. Euro zur Verfügung. Mit diesen Investitionen möchte die Regierung Russland an die Weltspitze im Nanotechnologiebereich führen.

In der Russischen Föderation existieren 150 Institute mit 20.000 Wissenschaftlern, die auf dem Gebiet der Nanotechnologie forschen. Nicht nur die Quantität der Einrichtungen, sondern auch die Qualität der Ergebnisse kann sich sehen lassen. Russlands Grundlagenforschung befindet sich auf einem hohen Niveau und ist breit gefächert. So gut Universitäten und private Institute auch arbeiten mögen, auf die kommerzielle Nutzung hat das bis dato kaum positive Auswirkungen. In ganz Russland gibt es gerade einmal 75 Hersteller von Nanotechnologie-Produkten. Deren Umsatz belief sich 2007 auf rund 195 Mio. Euro.

Das soll sich jedoch schon bald ändern: Die russische Regierung will, dass sich das Produktionsvolumen bis 2015 auf über 25 Mrd. Euro pro Jahr erhöht. Experten glauben, dass 50 bis 70% sämtlicher Investitionen in die Nanotechnologie bis 2015 von der Privatwirtschaft aufgebracht werden. Weil in Russland zwar Know-how vorhanden ist, es bis dato aber kaum Unternehmen gibt, die dieses Wissen kommerziell nutzen können, kaufen sich einige russische Firmen in den Vereinigten Staaten von Amerika oder bei ihren europäischen Nachbarn ein. So hatte die russische Industrieholding Renova 2007 21,4 Prozent des Schweizer Oerlikon-Konzerns übernommen.
In diesem und im vergangenen Jahr stellt die russische Regierung rund 550 Mio. Euro für neue Technik und Laborausrüstung zur Verfügung. Nach Angaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Germany Trade & Invest dürfte das die Nachfrage nach deutscher Mess-, Regel- und Steuertechnik erhöhen. Langfristig benötigen auch russische Unternehmen moderne Maschinen und Anlagen, um das wissenschaftliche Know-how kommerziell zu nutzen.

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