Auf Moskaus unzähligen Baustellen rattern die Presslufthämmer Tag und Nacht. Nirgendwo in Europa wird derzeit so viel gebaut wie in der russischen Hauptstadt mit ihren mehr als zehn Millionen Einwohnern. Das Wirtschafts- und Finanzzentrum der Russischen Föderation gibt sich ein neues Gesicht. Wolkenkratzer und Bürotürme sollen in wenigen Jahren die Skyline Moskaus zieren. Die Finanzkrise verlangsamt zwar die Modernisierungsbemühungen, stoppen kann sie diese aber nicht. Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds wird die russische Wirtschaft auch in den nächsten Jahren um drei bis sechs Prozent wachsen.
Baustelle Moscow City (OWC – Nitzsche)
Dabei sind Moskau die höchsten Wachstumsraten sicher. Die Metropole an den Ufern der Moskva ist mit großem Abstand zu anderen russischen Regionen das Wirtschafts- und Finanzzentrum in Russland: 80 Prozent des russischen Kapitals sind hier konzentriert. Moskauer Dienstleistungs- und Industriebetriebe erwirtschaften über 20 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Zwei Drittel aller ausländischen Investitionen fließen in die Hauptstadt. Neben der Bearbeitungs- und Bauindustrie zählen Maschinenbau, Elektroindustrie sowie die Raumfahrt- und Lufttechnik zu den bedeutendsten Wirtschaftszweigen.
Moskau in Zahlen:
Russland steht aufgrund der weltweiten Finanzkrise ein schwieriges Jahr 2009 bevor. Nach acht Jahren mit hohen Steuereinnahmen droht dem Staatshaushalt erstmals ein Defizit. Die russische Regierung ist jedoch in der komfortablen Lage, die fehlenden Einnahmen aus einem Reservefonds auszugleichen, der durch Einnahmen aus dem Rohstoffexport gespeist wird. Mit diesen Mitteln initiiert der Staat Förderprogramme und führt Infrastrukturprojekte durch. Die Wachstumsprognosen für die russische Wirtschaft sind daher optimistisch. Die Konsumnachfrage steigt mit der zunehmenden Kaufkraft der Bevölkerung kontinuierlich. Auch der Modernisierungsbedarf der russischen Industrie bleibt unverändert hoch und erfordert die Zusammenarbeit mit deutschen und ausländischen Unternehmen.
Moskauer Kreml (OWC – Nitzsche)
Die russische Hauptstadt entwickelt sich zu einer Weltmetropole in der Größenordnung von Tokio, Shanghai oder New York. Ihre Anziehungskraft zeigt sich vor allem in der Wirtschaft. Aber auch als wissenschaftliches, kulturelles und religiöses Zentrum hat sich Moskau weltweit einen Namen gemacht. Über 600 Kirchen ragen mit Ihren Zwiebeltürmen in den Himmel. Mehr als 70 Theater und 100 Museen bieten täglich ein facettenreiches Kulturprogramm. In über 1000 Forschungsinstituten und Konstruktionsbüros entdecken Wissenschaftler die Innovationen von Morgen. Moskau hat dabei immer einen guten Draht zur Welt: Vier internationale Flughäfen, sieben Bahnhöfe und 15 Autobahnen verbinden die Region mit allen Ländern der Welt.
Traumhochzeit auf dem Roten Platz (Michael Paulo)